VARP Charakterblogs

Heathland City

Schlaflied

by on Juni.04, 2010, under Janis Schumann

Als Herr Alois Kreutzer an diesem Morgen aufgewacht war, hatte er bereits gewusst, dass dieser Tag einer der unangenehmeren sein würde. Es war diese vage Gefühl unterhalb der Rippen, als ziehe sich der Magen etwas zusammen, dieses diffuse Fehlen jeglicher Motivation, das einen gewöhnlich eher an Sonntagnachmittagen befällt; dann, wenn man nichts recht zu tun weiß und der kommende Montag drohend ins eigene Bewusstsein schleicht, Hand in Hand mit der irgendwie doch unangenehmen Erkenntnis, Freizeit vergeudet zu haben. Es ist das Gefühl, das man eigentlich jetzt etwas ganz anderes tun könnte und man nur nicht weiß, was. Vielleicht weiß man es auch und man traut sich nur nicht.

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Hunde von Riga

by on Apr..09, 2010, under Janis Schumann

Als der Zug plötzlich zum Stehen kam war es bereits Nacht. Der Schnee vor den Fenstern war kaum sichtbar, weil das Mondlicht nur manchmal durch die dichte Wolkendecke zog und das schwache Licht im Abteil sorgte dafür, dass das verschmierte Fenster fast wie ein Spiegel wirkte. Trotzdem war deutlich, dass draußen Schnee liegen musste, denn die Kälte hatte sich längst durch die Wände des Zuges, durch die Ritzen an Türen und Fenstern ins Zuginnere gefressen und die schwache Heizung kämpfte vergeblich dagegen an. Es war kalt. Der lettische Winter war immer kalt.

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03. März 2040

by on Apr..08, 2010, under Heathland City, Silver Bullet

Es war ein gewöhnlicher Mittwoch. Vielleicht auch Donnerstag. Das spielte sowieso keine Rolle. Nicht hier, wo keiner einen geregelten Tagesablauf zwischen den grauen, teilweise schon halb verfallenen Häusern, deren Wände vom Schimmel zerfressen wurden. (continue reading…)

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Sand

by on März.16, 2010, under Oskari Nygaardsvold

Der Gestank war atemberaubend im wahrsten Sinne des Wortes. Oskari schloss kurz die Augen und atmete einen Moment durch den Mund, ehe er sich wieder in der Lage fühlte, einen Zug durch die Nase zu nehmen. Urin, Kot, der Geruch von Krankheiten, alles vermischt mit dem sofort ins Flugzeug wehenden Staub, der die Sicht vernebelte und die Augen zum Tränen brachte. Als er sich zu seinem Begleiter – nein, besser: Seinem Lehrer – umsah, erkannte er keine Zeichen der Abschau auf seinem Gesicht. Das bleiche Antlitz wirkte völlig unbeeindruckt, als er seine Hand hob und auf eine Bewegung seines Fingers hin der Sicherheitstrupp aus der Ladeluke rannte, um die Umgebung zu sichern.

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Gargoyle I

by on März.14, 2010, under Zaina

Man stelle sich einen malerischen Sonnenaufgang über der afrikanischen Steppe vor. Das Gras wiegt sich sanft im Wind, ein paar schlanke Gazellen tapsen umher, schauen in die Kamera, in der Ferne vielleicht noch eine Gruppe Elefanten, die majestätisch am Horizont entlang zieht, auf der Suche nach der nächsten Wasserquelle. Das ist Afrika, denken wir uns, und seufzen vor Fernweh. Man könnte ja doch einmal dorthin fahren.
Ich bin dorthin gefahren. Dies ist die Geschichte dieser Reise und die Geschichte eines Mädchens, das das Privileg besitzt, dauerhaft dort zu sein.

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13.07.2006, Mittags.

by on Feb..22, 2010, under Heathland City, Kostja

Als er sich dem Einfamilienhaus näherte, in das er erst letztes Jahr mit seiner Familie umgezogen war, ahnte er zunächst nichts böses. Erst als er an der Haustür ankam und keine Stimmen hörte, wurde er ein wenig unruhig. Eigentlich sollten seine Eltern heute beide zu Hause sein. Aber vielleicht waren sie ja spazieren gegangen. Er griff in seine Hosentasche und holte den Schlüssel hervor, steckte ihn ins Schloss. Es war nicht abgeschlossen. (continue reading…)

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13.07.2006, Nachmittags.

by on Feb..22, 2010, under Heathland City, Kostja

Er wartete. Er stand an einen großen, alten Baum gelehnt, der unweit vom Schultor schon lange vor dem Aufbau der Schule Wurzeln geschlagen hatte. Seine Augen waren unter der Sonnenbrille halb geschlossen, unfreiwillig blickte er in die gnadenlose, sich nicht um das weltliche scherende Sonne. „Komm schon.“ flüsterte er. (continue reading…)

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Trust your instincts like you trust what’s in the mirror.

by on Feb..10, 2010, under Heathland City, Kostja

Kostja erwachte. Endlich und vollkommen schlagartig. Für einen Moment ging sein Puls hoch, als er die ungewohnte Umgebung warzunehmen begann. Sein scharfer Blick fuhr über eine typische Kinderzimmerlandschaft: Spielsachen, die mehr oder minder ordentlich in Regalen untergebracht waren. Ein Bett, wohl etwa 80 cm mal 1,90, Bettwäsche mit irgendeinem generischen Aufdruck. Die Deckenlampe war ein großer Papierlampion an dem, bereits eingestaubt und wohl aus früheren Zeiten und nur der Nostalgie wegen nicht ebgenommen, ein Mobilé baumelte, kleine Tiere aus festem Kartonpapier an einfachen Schnüren. Vor den Fenstern hingen Vorhänge, grün mit goldenen Sternen. Offensichtlich war es Tag draußen, doch die Sonne fand kaum hinein. (continue reading…)

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