Heathland City
Syrian Diary – Monday, 2018-01-22
by Necronius on Apr..15, 2018, under Irina Iwanowna Taimanow
The flight to Gaziantep was simple enough. No issues with border control at all, and still tourists all around us, but less than before. Air gets thinner, I guess. At the airport, we got picked up by doctors without borders (MSF) contact. Let’s call him Amid. Not his real name, of course, because he could get in more trouble than he already is. Amid is a driver for MSF staff to the health facilities in north Syria, and he is a talker, too. Takes us about two hours from Gaziantep airport to the border checkpoint south of Kilis and during that time, Ida and I have almost said nothing but got a complete crash course on the Syrian war. How Assad and his father have suppressed the people for decades and how the Arab spring showed people a chance for freedom. How the demonstrations grew and part of the military deserted to support the demonstrations. How Assad pushed back and how other forces got involved, like Hisbollah and other forces from Iran, and Al-Qaeda forces financed by the Saudis, and how ISIS started to conquer eastern Syria and the demonstrations had long stopped being meaningful by that time. How some idiots used chemical weapons and how everyone thought this would mean a US invasion, and how that invasion didn’t come. How the Russian air force and Russian mercenaries then came and helped Assads government survive. And, finally, how the Kurdish militias YPG and YPJ beat ISIS and got control over northern Syria. Amid was, clearly, on the Kurdish side here, and I can see why. Is my intuition as well, to side with the ones who are freedom fighters against all bad guys, ISIS, the Kurdish government, and the Syrian government. But is also my intuition that someone who gets money from the US and training from the CIA probably did something wrong. Like me, that is.
So, story could have ended here. The Kurds in control of northern Syria and northern Iraq, ISIS beaten, some Saudi influence in the South,but Assad, Iran and Russia still in control of the center and the most important cities, and Israel bombing the Iranians sometimes. But, of course, story didn’t stop here.
In beginning of 2018, Turkey started its campaign in the north to make sure that the Kurds didn’t stay strong just south of its border and the Kurds had to retreat to the east. That campaign is still moving and situation for the civilians is even more difficult now. We have Kurds fleeing from Turks, some people fleeing from the Kurds, and everyone fleeing from Assad. So MSF has its hand full, especially around Aleppo, where the war is still in progress. So, of course, that’s precisely where we will go. Because we’re smart like that, yes?
Syrian Diary – Sunday, 2018-01-21
by Necronius on Apr..08, 2018, under Irina Iwanowna Taimanow
In one hour we will board our flight to Turkey, along with a bunch of tourists who hope for warmer
weather compared to Munich, I guess. Begs the question whether we are tourists, too. Going to Syria,
with the aim to help civilians there, most of which are gonna die anyways, now or in the next weeks.
Two white people for a million of brown ones. We are good imperialists, right? Thinking that we can
help the primitives with our superior western skills …
Well, was my idea in the end, so I better don’t write it off right from the start. Also, how many
imperialists have an angel on their side, right? And even without one, its not so hard to be ‚good‘
when compared to most of the forces in Syria right now. In the news channel I have just seen a few
seconds of muted news footage of Turkish airplanes dropping bombs on the city of Afrin. So Turkey
officially is an enemy of Assad, but bombs the troops who fight Assad. Brilliant plan. Reeks like
the bullshit Putin would do in my home country. And triggers my paranoia. Is just the kind of
situation where you better have your assault rifle close. But no assault rifles in the airport.
Especially if you’re going to the Syrian border. дерево. I really need to make sure to get a weapon
when I’m there.
I’m also worried about Ida. Don’t know if she’s ready for this. But neither was I, when I first went
to Afghanistan, and I turned out fine, right? Well, I better be not only bodyguard but also cheerful
sidekick. My favorite role. Funny is my middle name. Irina Funnynowna Taimanov. Well, flight is
called. Let’s fucking roll.
Danke.
by Blinkbear on Apr..30, 2014, under Kostja
Langsam, sehr langsam öffnete er die Augen. Sein Kopf fühlte sich an, als ob er gleich zerbersten würde. Es war hell, zu hell. Instinktiv tastete er sich an seinem Körper herab, zur Innentasche seines Mantels. „Besser,“ presste er zwischen den Zähnen hervor, nachdem er die Sonnenbrille aufgesetzt hatte. Trotzdem drückte er sogleich die Lider wieder aufeinander, um den Schmerz im Kopf zu verdrängen, und einen klaren Gedanken fassen zu können. Er saß… an irgendetwas gelehnt… vermutlich auf dem Boden. Aber wo? Er strich mit der Hand über den Grund unter sich. Sein Arm war bleischwer, aber augenscheinlich unverletzt. Er fühlte spärlich mit Gras bewachsenen, von Wurzeln durchzogenen Erdboden. Er legte die Hand in den Schoß und versuchte, sich zu konzentrieren. Tick tack, tick tack. Knurrend widerstand er dem Bedürfnis seine Armbanduhr irgendwohin zu schleudern. Stattdessen legte er seinen Kopf an die Lehne und zwang sich dazu, die Augen zu öffnen. Er sah in eine hohe, kahle Baumkrone, die keinen großartigen Schutz vor der Sonne bot. Einer freundlichen aber nicht wärmenden Wintersonne. Er wusste, dass er gesprungen war. Aber wo war er jetzt? Er schloss die Augen und versuchte sich zu erinnern, wo er zuvor als letztes gewesen war. Es wollte ihm nicht gelingen. Dort, ein Fetzen der Erinnerung, doch dann klingelte es. Nicht in seinem Kopf sondern draußen, hörbar und schrill. Er zuckte zusammen, drückte sich an den Baum an den er lehnte. Aufhören, flehte er leise in seinen Gedanken. Doch das furchtbare Geräusch hielt noch eine Minute an, bis es endlich verstummte. In die letzten Töne mischten sich laute Kinderstimmen. Vorsichtig wandte er den Kopf und war mit einem Mal hellwach. Entgegen aller Vernunft stand er schnell auf, was ihn schwindelnd schwanken ließ. Mit den Augen fixierte er die große Tür des kleinen Schulgebäudes, aus dem Kinderscharen in die Freiheit strömten. Eine Minute starrte er nur vor sich hin, dann erinnerte er sich daran, etwas kühles auf dem Boden zwischen den Wurzeln gefühlt zu haben. Er ging in die Hocke und fuhr noch einmal über den Boden und legte die Stelle frei. Im Boden steckte ein blauer, kreisrunder Gegenstand. Ein in die Erde getretener Metalldeckel einer kleinen Flasche mit Schraubverschluss. Kostja lächelte.
* * *
Er wagte es nicht zu schlafen, obgleich er ein dringendes Bedürfnis danach hatte. Zu groß war die Sorge über das menschliche Bündel, das in einen Parka gehüllt auf seinem Schoß lag. Behutsam strich er mit der Hand über den kahlrasierten Kopf des schlafenden Mädchens, vorsichtig die verwundete Stelle aussparend, wo einst das kleine Kinderohr gewesen war. Er biss sich auf die Lippen und starrte vor sich in die Dunkelheit. Im Versuch sich abzulenken, stellte er sich vor, was seine Freunde zu seiner Entscheidung gesagt hätten. Sicher wäre nicht jeder von ihnen einverstanden gewesen. Andere dagegen hätten es ihm sicher gleich getan. Es war eben die einzige Möglichkeit gewesen, sie zu retten, verteidigte er sich in seinen Gedanken. Er war nicht bereit gewesen, dieses Opfer zu bringen; und er war sich auch sicher, nie bereit dazu zu sein. Die Erinnerung an die Leute, die er während seiner langen Reise kennen gelernt hatte, war bittersüß. Sicher, er hatte sich nicht mit jedem verstanden. Aber er hatte so viele Freundschaften in seiner „Abwesenheit“ geschlossen, mehr als während seines Lebens in dieser Welt. Er war verliebt gewesen, hatte geliebt und war geliebt worden. Er hatte so viel kranke Scheiße erlebt, aber er war zeitweise auch so glücklich gewesen, wie man nur sein konnte. Ein leises Seufzen weckte ihn aus der Melancholie und ließ ihn auf den kleinen, geschundenen Körper in seinem Arm herabblicken. Das Mädchen hatte den Kopf leicht gedreht und machte das große, schwarzes Muttermal in ihrem Nacken sichtbar, das man leicht für eine Tätowierung halten konnte. Wieder erfassten ihn Erinnerungen, die ihn sich fragen ließ, ob sie ihn wohl deswegen für immer hassen würde. Er hatte sie neuen Gefahren ausgesetzt, das wusste er. Doch die Wunden an ihrem Körper waren so eitrig gewesen, ihr Atem so flach und ihre Stirn so heiß. Er hatte nicht geglaubt, dass irgendein Arzt sie wieder hinbekommen hätte. Er hatte instinktiv gehandelt und derselbe Instinkt zerstreute jetzt in ihm die Zweifel, dass es nicht klappen könnte. Natürlich würde sie gesund werden, sogar noch gesünder als je zuvor. Er wusste, dass es schwer werden würde, aber sie würde stärker sein als je zuvor. Wieder drehte das Kind seufzend den Kopf und sah nun direkt nach oben, um endlich die Augen zu öffnen. Als sich ihre Blicke im beinahe vollkommenen Dunkel trafen, wusste er, dass es funktioniert hatte. „Hey,“ sagte er, ruhig. Sie antwortete gleichermaßen. Ihre Stimme war noch leicht heiser und doch merkte er bereits die Veränderung darin. Die Stimme war älter geworden, hatte etwas an Kindlichkeit verloren. „Ich wusste, dass Du kommst.“ Er lächelte schief. „Sind wir jetzt sicher?“ Niemals, dachte er. „Ja,“ sagte er. Sie lächelte und schälte sich aus dem Parka, der sie wie ein Kokon umgab. Sie rutschte von seinem Schoß und setzte sich vor ihm auf den verstaubten Dielenboden. Ihre Hand fuhr ihm über das Gesicht, wie um sicher zu gehen, dass er es wirklich war. Dann bemerkte sie die Kette um seinen Hals und strich sanft über den Anhänger. „Wo hast’n die her?“ Sein Lächeln wurde eine Spur breiter, so dass es seine Fangzähne offenbarte. „Von ’nem Engel,“ brachte er nur hervor, wohl wissend, wie lächerlich es klang. Sie lachte auf, leise, etwas heiser, aber sie schien über den Berg. Auch das Lachen hatte an Kindlichkeit verloren und es hatte deutliche Fangzähne offenbart, kürzer als die seinen, dafür spitzer. Kostja registrierte es kaum. Engel. Hinter der Fassade seines Lächelns umspülte ihn eine Flut von Erinnerungen und Gefühlen, so flüchtig, dass es ihm schwer fiel, sich auf ein bestimmtes Detail zu konzentrieren, doch gleichzeitig so klar, dass er wusste, dass sie ihn immer begleiten würden.
Frischfleisch
by Necronius on Dez..23, 2011, under Oskari Nygaardsvold
„Klemmen Sie jetzt die Blutzufuhr ab.“ (continue reading…)
Of Wolf and Man
by Blinkbear on Feb..18, 2011, under Kostja, Taverne
Als die Sonne unterging, lief der große, graue Wolf immer noch durch die Wildnis. Er bewegte sich gleichmäßig und mit beinahe gleichförmiger Geschwindigkeit. Nur dann und wann hielt er an, witterte oder hob seinen Kopf gen Himmel. Aus der Dämmerung wurde Nacht, doch der Wolf hielt nicht an. Eine für ein Tier merkwürdige Zielstrebigkeit lag in seinen kraftvollen Bewegungen. Die Stunden vergingen, die Vegetation wurde etwas karger, als sich Berge vor ihm auftaten und der Untergrund stellenweise felsig wurde. Nur hier und da standen noch kleinere, leicht verkrüppelte Bäume, Grase und Moose wuchsen vereinzelt auf Flecken nährreichen Bodens. Der Wolf näherte sich den Bergen solange, bis er den leichten Anstieg bereits unter den Tatzen spüren konnte. An die Stelle der Zielstrebigkeit trat jetzt eher ein Suchen. Er lief nach links und rechts, offenbar einen bequemen Weg zwischen den Bergen hindurch suchend. So verbrachte er eine knappe Stunde, um dann schließlich zu jagen und sich danach in einer kleinen Kuhle einzurollen. (continue reading…)
Schoßhunde
by Blinkbear on Feb..07, 2011, under Heathland City
„Finger weg, Abschaum.“ Das Drohen in der Stimme war nur allzu offensichtlich, schien seinen Zuhörer jedoch nicht zu beeindrucken. „Benimm Dich, Dämon. Du bist hier auf Prinzengebiet.“ Für einen Moment trafen sich die Augen des Dämons und des Ghouls voller Hass. Tyreophorus wandte sich ab und spuckte auf den Boden neben sich. Diese Stadt ging den Bach runter, seit dieser Drecksvampir hier aufgetaucht war und sich als der Boss von allen begriff. „Ein bisschen mehr Respekt, Dä-„, begann der Ghoul erneut, beinahe feixend. „Halt deine blutsgebundene Fresse oder ich schneid sie Dir eigenhändig aus dem Gesicht.“ In einer fließenden Bewegung zog Ty sein Messer und hielt es dem Ghoul an die Kehle. Kaum eine Sekunde verging bevor er das Klicken diverser Waffen hörte, die entsichert und ohne Zweifel auf ihn gerichtet wurden. Der Dämon nahm seinen Blick nicht von dem Ghoul und ließ nun lachend die Hand mit dem Messer sinken und hielt es dem Ghoul hin. „Ist das Schoßhündchen noch nicht stubenrein?“
Estnischer Walzer
by Necronius on Dez..06, 2010, under Janis Schumann
Es war um Mittag herum. Ein wenig zu spät, um in ein Restaurant zu besuchen, aber auch noch etwas zu früh, um bei Kaffee und Kuchen gemütlich zusammenzusitzen. Es waren diese ein bis zwei Stunden in der Mittagszeit, in denen man etwas in der Luft hing, wenn man gerade einen freien Tag hatte. Die meisten Freunde waren noch im Büro und man selbst verspürte diesen leichten nervlichen Druck, der von einem forderte, den Tag auch ja gut zu nutzen, ihn auszuschöpfen und zu genießen so gut man nur konnte. Schließlich hatte man nicht jeden Tag frei. Unter diesem Druck gelang es den wenigsten sich zu entspannen, und in dieser Hinsicht war es gut, dass Janis sich diesem Problem wenigstens an diesem Tage nicht stellen musste. Schließlich hatte er etwas zu tun: Er hatte jemanden umzubringen.
X – Wheel of Fortune
by Terrorpuschel on Dez..04, 2010, under Kira
Ein Bild, groß und nicht im üblichen Format- kreisrund, acht Meter Durchmesser -, auf dem Parkplatz des großen Einkaufszentrums, noch frisch…
Heathland Troopers
by Necronius on Nov..26, 2010, under Irina Iwanowna Taimanow
„Eins! Zwei! Vorwärts!“
Irina brüllte wie eine Irre, als sie aus der Deckung sprang und mit gezielten Feuerstößen weiter vorrückte. Sie rannte über die von dichtem Pilzbewuchs überzogene Straße zur nächsten Ecke und presste sich an die Wand. Nun wartete sie wieder einige Augenblicke. Um sie herum herrschte Lärm. Das Brummen der kleinen Wespenviecher, das schwere Trappeln der durch die Straßen preschenden Hyänenviecher, Feuerstöße ein paar Straßen weiter … nur das Artilleriefeuer fehlte noch. Dann wäre es wirklich wie im Krieg.
Endspiel
by Necronius on Nov..09, 2010, under Radhiya Ntshoko
Das schlimmste war die Orientierungslosigkeit. Radhiya hatte die Fotos gesehen, die diese Journalistin ihr gegeben hatte, aber dieser Pilzbewuchs hatte alles überzogen. Sie konnte nichts mehr unterscheiden und rannte nur noch blind vorwärts. Ihren Overall hatte sie eingetauscht gegen schwarze Kleidung um möglichst schlecht sichtbar zu sein. Sie wusste nicht einmal, ob diese Tiere Farben sahen oder nicht. Sie vermutete nur.