VARP Charakterblogs

Schmerz…

by on Apr..20, 2009, under Lycara Dogsom

Ein beissender Geruch stach der großen Wölfin in die Nase und sie zuckte mit dem linken Ohr, weil sie etwas dort störte. Was dieses etwas nun genau war, konnte sie nicht sagen. Sie hatte die Augen geschlossen und aus einem ihr unerklärlichen Grund, konnte sie diese auch nicht sofort öffnen.

Aber dennoch blieb sie ruhig, wahrscheinlich schlief sie nur recht fest und brauchte einen Augenblick länger um soweit wach zu werden, daß sie auch ihre Augen öffnen konnte. Salziger und zugleich fauliger Geschmack kroch ihren Hals empor, weckte ihre Geschmackssinne auf abscheuliche Weise.
Sie schaffte ein Blinzeln und war gezwungen ihre Augen sofort wieder zu schliessen, denn ein helles Licht blendete sie auf dem noch sehenden. Sie wollte sich herum drehen, aber es gelang ihr nicht. Lycara schmatze und ihre Zunge fühlte sich ausgetrocknet an, ihre Leftzen klebten regelrecht daran. Ein dumpfes Geräusch dran an ihre Ohren, welche erneut zu zucken begannen. An einer Stelle spürte sie etwas warmes und das Fell klebte seltsam. Doch nicht nur ihr Gerhör klang lediglich wie durch Watte zu ihr, nein auch all ihre anderen Sinne, ihre gesamte Wahrnehmung schien gedämpft und langsam zu sein.
Erneut versuchte sie die Augen zu öffnen, doch es sollte noch eine Weile dauern, bis sie trotz des hellen Lichtes Schmen erkennen und die Augen geöffnet halten konnte. Wie in Trance bewegte sie die Krallen ihrer rechten Pranke und kämpfte gegen jenes Gefühl darin an, welches einem daher bekannt ist, wenn einem Glieder eingeschlafen sind. Es half nichts, das Gefühl wich in keinster Weise, dafür wurde ihre Sicht minimal besser und sie erkannt eine Lampe über sich. Als die Graue versuchte nach dieser zu greifen, musste sie bemerken, daß sie ihren Arm nicht heben konnte. So langsam wurde ihr klar, daß sie sich überhaupt nicht wirklich bewegen konnte. Und tief in ihrem Bewusstsein machte sich schleichend die Gewissheit breit, daß dieser Zustand nichts gutes verheissen konnte.
Immer wieder blinzelte sie, vielleicht würde das ihre brennenden Augen benetzen und ihr helfen deutlicher sehen zu können. Unklar und verschwommen begann sie ihre Umgebung wahr zu nehmen. Offensichtlich befand sie sich in einem weissen Raum, an den Wänden blinkte es hin und wieder, oder ihre Sinne spielten ihr einen Streich. Das vermochte sie nicht zu unterscheiden.
Wie in Zeitlupe hob sie ihren Kopf, es schmerzte im Nacken und zog sich hoch bis in beide Ohrenspitzen. Ein röcheln entwich ihrer Kehle, ein Röcheln welches eigentlich ein schmerzliches Winseln werden sollte. Doch mehr als krächzende Laute vermochten ihre Schnauze nicht zu verlassen. Das Bild vor ihrem Auge wurde ein wenig klarer und sie erkannte zumindest sich selbst, auch wenn sie noch nicht bis zu ihren Hinterläufen klar sehen konnte. Sie wandte den Kopf unter dem gleichen, stechenden Schmerz wie zuvor zur Seite um nach ihrer Pranke zu sehen.
Doch als sie diese erblickte weitete sich ihr Auge und ihre Pupille zog sich schlagartig zusammen. Im Hintergrund nahm sie erst jetzt ein ansteigendes Piepsen wahr.
Vor ihrem Auge zeigte sich ihre Pranke, doch sie war übersäht mit fast 15 cm langen Nadeln an deren Enden sich Glasfasern zu befinden schienen. Sie führten nach oben zu einem Gerät, welches ihr entfernt bekannt vor kam. Jedoch konnte sie es zu diesem Zeitpunkt nicht zuordnen. Da sie keine Lederbänder oder andere Halterungen erblicken konnte, dämmerte ihr, daß sie mittels eines Kraftfeldes oder etwas ähnlichem auf dem Tisch gehalten werden musste. Jetzt wurde ihr klar, wo sie sich befand. Sie lag in einem Operationsraum, welchem konnte sie nicht sagen. Sie hatte einen solch reinweissen Raum noch nie zuvor gesehen, aber dieser Geruch. Er war anders als jeder Geruch den sie bislang gerochen hatte und dennoch kam er ihr erschreckend bekannt vor.
Kurz musste sie ihre Augen schliessen, denn sie brannten als habe jemand einen Föhn längere Zeit darauf gehalten. Lycara atmete durch, sie versuchte sich innerlich zu beruhigen, aber weder ihr Gefühl noch das Piepsen des Überwachungsgerätes liessen ihr Hoffnung auf ein Gelingen dieser Versuche.

Was geht hier vor? Oh bitte nicht, lass sie mich nicht gefunden haben.
Was werden sie jetzt tun? Wo bin ich? Wie konnten sie mich finden und wie kam ich hierher?

Gedanken schossen ihr durch den Kopf, aber auch diese nur schleichend langsam, es schien als habe man die große Wölfin aus dem Lauf der Zeit heraus genommen und sie in eine, um ein Vielfaches, langsamere Zeit versetzt. Aber sie war noch da, sie war nirgends anders als in diesem Raum und sie wusste innerlich, daß man problemlos mit Hilfe bestimmter Medikamente solche Zustände hervor rufen konnte. Sie waren unter renomierten Ärzten verboten worden, da man ihre Nebenwirkungen nie genau abschätzen konnte und weil sie zu einer weit früheren Zeit für antihypokratische Versuche genutzt wurden. Versuche, welche die Föderation strickt abgelehnt hatte und denen sich jeder gewissenhafte Arzt verweigerte.
Ein Surren riss sie aus ihren Gedanken und als sie ihren Kopf ganz langsam in Richtung des Surrens wandte, an ihrem Körper hinab blickte begann ihr Unterkiefer leicht zu beben. Jetzt sah sie das andere Ende der Glasfasern die aus ihrer Pranke heraus rankten, sie liefen über das Messgerät über ihr, direkt zu ihren Hinterläufen. Doch waren das wirklich noch ihre eigenen? Blankes Fleisch, zuckende Muskeln und glänzendes Blut versetzt mit einer schimmernden Flüssigkeit zeigte sich vor ihren Augen. Wieder stachen überall die langen Nadeln hervor, hier jedoch fast eine Länge von 30 Zentimetern erreichend. Der Nadelwald zog sich hinauf bis zu ihrer Hüfte und endete erst knapp unterhalb ihres Bauchnabels. Dort befand sich ein scheinbar winziger Einschnitt, aus welchem ein ferngesteuerter Arm etwas zu entnehmen schien. Von ihm aus ging auch jenes Surren aus, welches sie erst in diese Richtung hatte blicken sehen. Der Arm schwenkte nach rechts herüber und auch wenn es ihr mühsam war, folgte sie ihm mit ihrem Kopf um sehen zu können was nun geschah.
Ihr Blick fiel auf eine Anzeigentafel, sie musste blinzeln denn ihre Augen wurden wieder trocken. Sie konnte Daten erkennen, aber nicht entziffern. Die Probe aus ihrem Leib fiel in eine kleine Schale und kurzes Rattern und klicken später zeigte sich ein neues Bild auf der Tafel. Es sah ihr ähnlich, allerdings besaß es zwei gesunde Augen, war um einiges kräftiger gebaut als sie selbst und besaß auch keine Bandagen an den Handgelenken. Selbst Fellfarbe, Mähne, Augenfarbe und Behang stimmten überein. Ganz unten, unter jener Darstellung blinkte eine breite, schwarze Schrift auf und gerade konnte sie noch „…..rekonsturktion gelungen“ lesen, als sie fast krampfartige Schmerzen durchströmten.
Die Ärztin wollte schreien, aber es kam immer noch nur jenes heisere Krächzen über ihre Leftzen, was auch zuvor schon alles hörbare gewesen war. Das Piepsen des Überwachungsmonitors irgentwo hinter ihr wurde schneller und lauter, schrie sie fast schon an. Bebens krampften ihre Muskeln zusammen und wie der wirre Tanz den die Fäden von Puppenspielern vollziehen, tanzten die Glasfasern über ihr.

Dann schreckte ich auf und fand mich in meinem Bett wieder, mein Herz wollte sich überschlagen, ich muss dagegen angehen. Jetzt werde ich wieder in mein Labor gehen, ich muss etwas tun. Mich ablenken und vor allem, weniger schlafen.


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