An Lucille Valier I
by Necronius on Aug..23, 2009, under Emmanuel
Liebe Lucille,
inzwischen haben wir unsere Position hier festigen können. Bald trifft die Warenlieferung des Herrn Magistraten ein und ich werde sie ihm persönlich mit Lysander übergeben. Wie du weißt ist es sehr wichtig, dass ich mich mit diesem Mann gut verstehe. Es mag sein, dass ich dich irgendwann werde bitten müssen, die Last einer Reise hierher auf dich zu nehmen um dich vorzustellen. Aber ich will es dir natürlich während deiner Schwangerschaft nicht antun.
Ich wäre dir auch verbunden, wenn du dich dem Medicus gegenüber aller Äußerungen enthalten könntest, die unser Kind betreffen. Was wir mit dem Kind anzufangen gedenken geht ihn nichts an und ist nicht sicher. Ich sehe keinen Zweck darin, Gerüchte zu verbreiten. Ich bin sicher, du verstehst das. Der Medicus hat genug zu tun und wir müssen ihn nicht damit belasten, dass wir ihn in Versuchung führen, Dinge auszuplaudern.
Im übrigen hoffe ich doch, dass es dir gut geht. Ich habe unsere Werkstatt veranlasst, etwas besonderes für dich anfertigen zu lassen, das du bekommst, wenn das Kind geboren wurde. Genaueres wirst du erfahren, wenn es so weit ist. Bis dahin erhole dich bitte gut und schone dich. Folge allen Weisungen des Medicus. Das Kind soll möglichst gesund zur Welt kommen. Wenn es nötig ist magst du eine Kur nehmen. Um eine Führung des Haushaltes während deiner Abwesenheit werde ich mich kümmern. Bitte den Medicus auch darum, wenn es möglich ist einen Brief über deine Verfassung an mich zu schreiben. Du musst nicht alle Einzelheiten in deine Briefe schreiben.
Wenn ich mich nicht täusche ist es gerade ein gutes Klima für Gesellschaften. Ich bin sicher du wirst dich dort gut amüsieren.
Emmanuel
Mein liebster Gatte,
ich habe mich sehr über deinen Brief gefreut und es ist schön, dass du mir wieder geschrieben hast. Ich bin sofort zum Herrn Medicus gegangen um ihn zu fragen, ob er dir schreiben kann und er hat gesagt, dass er einverstanden ist. Er ist ein sehr netter Mensch.
Auch die anderen hier sind sehr nett. Ich war auf einem Ball des Herrn Stadtrates zu Schott und stell dir nur vor: Er hat selbst mit mir getanzt! Ich war die vierte, mit der er getanzt hat! Ich habe es genau gezählt! Wäre ich früher dran gekommen wäre es sicher auch indiskret von ihm gewesen. Aber so hebt es mich heraus, findest du nicht?
Ich bin sehr stolz auf das Kleid, das du mir geschenkt hast. Ich glaube, deshalb bin ich ihm überhaupt aufgefallen. Bestimmt sind die anderen Frauen auf dem Ball vor Neid in den Boden versunken! Besonders die Frau Bettina, von der ich dir schon erzählt habe. Sie hat immer versucht, mich auszustechen aber du weißt, wie man eine Frau richtig ausstattet, mein Liebster.
Ach du hättest sicher viel Spaß, wenn du auch hier sein könntest, aber ich weiß, dass du sehr beschäftigt bist. Bestimmt wieder viel, das ich nicht verstehe. Du bist ein so kluger Mann, mein Liebster!
Aber natürlich bin ich vor allem gespannt auf dein Geschenk. Es wird ein ganz besonderer Tag werden. Ich habe ein bisschen Angst vor den Schmerzen, aber der Herr Medicus hat mir schon gesagt, dass ich es überleben werde. Er weiß es sicher besser. Aber ich erinnere mich noch daran, als meine große Schwester – Elisabeth, du kennst sie ja – ihr erstes bekommen hat. Sie hat geschriehen als würde das Kind sich aus ihr heraus schneiden! Aber ich werde bestimmt tapferer sein, ich verspreche es dir!
Du hast mir gar nicht geschrieben, welchen von den Namen, die ich dir schrieb, am schönsten war? Aber bestimmt überlegst du selbst noch. Schreib mir bitte so bald du kannst wieder!
In Liebe und mit tausend Küssen
deine Lucille
August 23rd, 2009 on 18:24
… und herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag noch mal, Sathi 😉
August 24th, 2009 on 18:46
Gott, wie drollig! >:D
August 24th, 2009 on 19:22
So liebevoll ist der Magistrat bei seiner Frau auch, eh?
August 28th, 2009 on 18:58
Mindestens! 😛