VARP Charakterblogs

Die Lage der Nation

by on Juli.04, 2009, under Martin Finn

Als Xyviel erwachte fand er Ahaukyin neben sich. Und neben ihm wiederum Felicitas. Für ihn war es verwirrend den alten Gefährten so zu sehen. Er, dieses mächtige Wesen, die Nähe einer Frau suchend? Dann wiederum, wahrscheinlich lagt das nur an seiner eigenen Unfähigkeit sich vorzustellen, daß Ahaukyin überhaupt irgendjemanden begehren konnte, der nicht er war. Martins Kehle stieg ein bitterer Geschmack nach Galle hoch.

„Martin?“ Jessicas Stimme schwang förmlich voller Vorfreude. Der Duft ihres Parfüms lag schwer in der Luft des ganzen Hauses. Schnellen Schrittes betrat sie das Wohnzimmer, in welchem ihr Mann und ihre gemeinsame Tochter saßen und zusammen versuchten ein Puzzle zu lösen.

Beide sahen nun zu ihr auf. Martin versuchte krampfhaft sein Lächeln nicht verblassen zu lassen. „Ich treffe mich mit ein paar Freundinen.“ Sein Blick wich nicht von ihr. Nur die Augenlider hatten kurz gezuckt. Sandra war es nicht aufgefallen. „Es wird wohl später werden.“ Auch das schwere Schlucken ihres Vaters entging der Tochter völlig.

„Ich -“ „Wenn ihr Hunger habt, es ist noch was auf dem Herd.“, schnitt Jessica ihn einfach ab. Sein Blick huschte kurz zu Sandra. Irgendwie gelang es ihm sein Lächeln etwas stärker wirken zu lassen. Schließlich bekam er sogar ein Nicken zustande. „Danke.“

Ebenso schnell wie sie das Zimmer betreten hatte war sie auch schon wieder weg. Es dauerte nicht lange bis die schwere Haustür ins Schloß fiel. „Dad?“ Martin mußte einen Moment blinzeln ehe er seiner Tochter wieder ins Gesicht sehen konnte. „Ja, Kleines?“ Der Fragende Ausdruck in den jungen Augen war fast genauso unerträglich wie der süße Geruch in der Nase. „Wohin geht Mom?“ Er hob die Hand und stubste mit dem Zeigefinger vorsichtig ihre Nase. „Aber das hat sie doch gesagt, Kleines. Sie trifft sich mit ein paar Freunden.“

***

Auch am Abend hing der Geruch von Jessicas Parfüm noch in der Luft. Sogar im Schlafzimmer. Irgendetwas daran erinnerte ihn an Orangen. Sie hatte es seit Jahren nicht mehr benutzt.


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