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Garmisch, 23.12.2017
by M.Oberth on Dez..24, 2017, under Michael Oberth
Auf der Rückreise von einem Rapport bin ich in einer Bar abgestiegen, die vorsichtige Parallelen zum True Haven aufweist – jedenfalls ist sie ähnlich diesem für alle Arten von Gästen geöffnet. Schicksal oder Vorsehung, jedenfalls ist geschehen, was sich wie ein roter Faden durch meine Existenz zieht: Ich habe eine andere – selbst ernannte, aber mal sehen… – Seherin getroffen. Es handelt sich mutmaßlich um ein übernatürliches Wesen oder eine extrem aufmerksame Sterbliche, die von unserer Welt berührt wurde.
Sie selbst sieht in sich einen Engel, der nicht in den Scharen des Herrn dient. Ein anderer Begriff, der für ihre Art vewendet werde, sie „Dämon“, und auch wenn ich nicht glaube, dass es sich um eines jener Wesen handelt, das Rhia McMurphy korrumpiert hat, werde ich wohl überlegen, was ich ihr preisgebe und glaube. Auch wenn ich noch nicht fassen kann, was sie ist: Meine Neugier ist geweckt. Fräulein Zinnstetter, Sie haben meine Aufmerksamkeit.
Vor allem gilt jetzt aber eines: Driving Home for Christmas; ich konnte es von den Forschern schon nicht mehr hören, aber im Gegensatz zu ihnen steht es mir offen, meine Heimat zu besuchen. Und das ist erstmal wichtiger als alle Fräulein Zinnstetters.
Tagebucheinträge – südliche Polarnacht 2017
by M.Oberth on Nov..09, 2017, under Michael Oberth
1: Unerwartete Funde
Meine Quellen in der Forschungsstation haben bei den Routineberichten neu entdeckte, ausgesprochen schwer zu isolierende Rückstände in den Robben der Umgebung erwähnt. Hurra – eine Abwechslung! Scheinbar haben die Herren Wissenschaftler ihren Fund zu sehr gefeiert – nach dem Essen hatte ich unangenehme Kopfschmerzen.
2: Unterbrechung der Routine
Ich wurde außerhalb des Turnus kontaktiert – scheinbar habe nicht nur ich Kopfschmerzen, und ebenso scheinbar zeigen die Robben auch Anzeichen einer Veränderung. Habe die Isolierung einer Quantität der Ablagerung in Auftrag gegeben – allgemeines Augenrollen der Handlanger, der Stoff scheint wirklich widerspenstig, fast wie die ersten Versuche, reines Penicilin zu gewinnen. Das Ergebnis ist ein schwer zu beschreibender Stoff, der keiner bekannten Verbindung ähnelt. Die Forscher spekulieren wild und wollen schon fast eine Neuentdeckung feiern. Abwarten… die Aufregung fühlten schon viele, und die wenigsten zu Recht. Die Theorie, es handele sich um einen seit Jahrtausenden im Eis eingelagerten Rückstand, ist jedenfalls schon wieder passé, nachdem die Fische keine Belastung damit zeigen. Wenn ich das Atmen einstelle, werden die Effekte weniger, also verbreitet es sich vermutlich über die Luft.
3: K#n?<kt (Datenmüll auf der Festplatte)
St.t- Brief549ben.s<hi’kt Fròu heßtzu56ge wohl-Brie^fdo°ermänner. Spa|%endes $ädchen – nur u_an//mess3n v;rlau\. Erzählt etwas von einem Dimensionsriss, den eine „von meiner Art“ 687zsse (/N, als sie einen Weg in eine andere Realität genommen hat. I/GN-.(&% +*#üß8bzhvbkgv )/&&TG/((=I )UIHOMPLhbz67/(- I§plizit s‘)t \ena auch, daü sie selbst nicht VGH&TG 8&rf7g8-. ist, was aber keine Auswirkungen hat, wei7&4$57 9(0hb )j;#*gb79 abe .µche`?heiß/halber ein.-_Blutpro,; )(&GknN8u- mei_y Bedingung gX§§(7dass ich die Gesöüichte anhöre und bei der Sache helfe. Bin .äü%_im Unklaren ?\ܼwas sie ist – sie verbirgt &/$4gv7VhBBn JV68zgh mir.
4: Aufgewischt (Datenmüll auf der Festplatte)
Samara – also nur fast y>><%) Mh jg68 Art. Und wieder v_.;?0im Hier N%4$3xg kbtzt. Der |\[/(zfv .ach Giljand war eine erfreux>§2rgd$Dg ljkkb;;lung und eine gute Übung in alltäglicher Diplomatie. Der Risà ¼jh7Z9 geschlossen und Samara Quinn darf ;,.°^+~~ I&TZgbno7tuzvbNG(bi ihres Drogenkonsums nachdenken. Alles wirkt *?};ein Traum – wundersam, wie sich &onne/878gbj _ü der Haut anfühlt nach so langer Zeit… Muss sicherµ€/&@ztcgv&(Tg es nicht doch Versuche der Dämonen |)8uoj(&Ufvi 7&Fvuiun H7 korrumpieren. Was%$FVT76fg_97/Tvgc54edUZb vom Aug\?
X: Rückschau
Rückblickend betrachtet war es wie erwartet – ein dekalibriertes Messgerät, die neuen Messergebnisse zeigen, dass die Kontamination wieder gleich null ist. Faszinierend allerdings, wie sehr Träume gegen die Müdigkeit helfen…
Irgendwann zwischen 2012 und heute – eine nicht datierte Tagebuchseite
by M.Oberth on Nov..05, 2017, under Michael Oberth
Der Brief kam standesgemäß, gesiegelt von höherer Stelle. In bestem Verwaltungslatein wurde über mein künftiges Schicksal beschieden. Nichts ungewöhnliches, nichts stört die vornehme Stille in der Pyramide. „Für besondere und herausragende Verdienste um Camarilla und Clan“ hieß es – man beachte die Reihenfolge, sie zeigt dem kundigen Leser die wahrhafte Bedeutung der folgenden Zeilen.
Die Stadt Mainz an der Seite eines Fürsten der Camarilla aus dem Griff des Schwertes Kains befreit, eine Älteste vom Clan der Hüter in den Schoß der Mutter Camarilla geführt, bei der Befreiung der Welt von ihren vormaligen Handlangern, darunter erfahrene Sabbatmitglieder, maßgeblich mitgewirkt, den Einfluss des Clans in der gedeihenden Domäne hochgehalten, dazu eine große, der internen Geheimhaltung unterliegende Bedrohung aus der dortigen Vergangenheit mit beseitigt. Davor eine Würdigung meines Werdegangs – nichts, woran ich gerne erinnert wurde: Orakel (Kassandra…) zu Frankfurt, dessen Geschicke ich für eine Weile in einem Triumvirat bestimmen konnte, Rekrutierung eines wichtigen (wenn auch verblichenen) Aktivpostens für den Clan und Sicherung des Monopols auf Blutmagie für unseren Clan, Versetzung nach Rheinhessen und erste Erfolge unter der Führung meiner ehemaligen Mentorin, beispielsweise gegen Endron, Anfertigung eines Meisterstücks.
Der Lohn: Erst Anerkennung als Magus Liber, dann Übertragung eines eigenen Gildehauses als Regentus Primus… ich sollte Stolz empfinden, Triumph, Freude, Freiheit! Der Brief geht weiter und verkündet, dass mir als Kompensation der erlittenen Erfahrungen und zur Versicherung künftiger Stabilität die Ehre eines Schluckes aus dem Kelch der Sieben gewährt wird. Ich hab diese Ehre, die natürlich auch eine Bürde ist, nicht abgelehnt, und bin froh, auf diese Weise weiter in der Harmonie unseres Clans geborgen zu sein, doch ist mir dennoch die Bedeutung bekannt: Misstrauen. Angst. Kontrolle. All das, was ich einem Mann meines Rufs und meiner Vergangenheit entgegenbringen würde – es ist beruhigend zu sehen, dass unsere Ahnen dies im Blick haben.
Doch ist dies längst nicht alles, was mich derzeit bewegt: In mir hat sich ein Pfuhl der Leere Bahn gebrochen wie die Schatten der Dame Adalgardis, deren Blut durch meine Adern kreist. Auf meiner Seele lasten verlorene Weggefährten, geliebte Kinder und entfremdete Vertraute: Manuel wurde noch in Frankfurt gebrochen, Diane wurde aus meiner Umgebung entfernt, Desmond zog das Licht der Morgensonne einem Dasein als Klinge meines Clans vor, meine Johanna musste ich Deutschland zurücklassen, damit sie vor Langeweile keine Kernschmelze in meinem Labor herbeizaubert und Cassandra wurde zu ihrem eigenen Schutz und Wohlergehen nicht mit in mein neues Refugium geschickt, da es doch zu unwirtlich ist. Und auch mein neuer Amtssitz ist nicht wirklich geeignet, um Zuversicht zu schöpfen – wenigstens kann ich in Ruhe die angeordneten Forschungen durchführen, denn die Last der Sonne ist hier nur selten drückend. Herzlich Willkommen in meinem kleinen Reich: Herzlich Willkommen im mit nur einem Tremere besetzten Gildehaus Antarktika…
Nachtrag: Vermutlich bin ich damit sowas ähnliches wie Prinz, denn außer meinem Helferlein, Robben, Pinguinen und einigen Forschern in der nahe gelegenen Forschungsstation ist hier niemand. Wenn ich also jemals das Bedürfnis habe, mich lächerlich zu machen, werde ich mich so vorstellen…
Nachtrag 2: Bei Gelegenheit herausfinden, wer so „vorteilhaft“ von mir berichtet hat, dass ich jetzt hier festsitze (und das ohne Anhörung). Kann bald keine Robben mehr sehen.